Vielleicht bist du gar nicht schuld. Vielleicht kannst du gar nichts dafür – für das Elend, für das Leid, den Schmerz. Vielleicht hat es seinen Ursprung im Lauf der Dinge. Es wäre auch ohne dich da. Und du kannst nichts tun. Lass mich das wiederholen, du kannst nichts dagegen tun. Je mehr du dich sträubst, desto mehr wird es wehtun. Bis es dich irgendwann verschluckt.
Aber sieh, du kannst einfach trotzdem das Richtige tun. Und ihm auf deine eigene Weise begegnen. Das muss nicht spektakulär aussehen, in den seltensten Fällen wäre das überhaupt möglich. Aber jedes Lächeln, das du zu einem versteinerten Gesicht trägst, jeden Schmutz, den du beseitigst, jeder Finger den du reichst – hat eine Wirkung. Du setzt dem Dunkel etwas entgegen.
Also sei mutig um des Mutes, ehrlich um der Ehrlichkeit und liebevoll um der Liebe willen. Das Böse bezwingen wirst du so nicht, aber du setzt ihm etwas entgegen. Und du wirst spüren, wie es um dich langsam, ganz langsam, alle guten Dinge brauchen Zeit – heller wird.
